Ich wurde am 16.02.2003 geboren. Die ersten 10 Monate meines Lebens verliefen wie bei jedem anderen Kind auch. Zwischen Weihnachten und Silvester erkrankte ich dann an einer Lungenentzündung, für deren Behandlung wir in das Kreiskrankenhaus Gelnhausen geschickt wurden. Dort wurde mir Blut abgenommen und die Diagnose stand sofort fest:
akute lymphatischeL E U K Ä M I E !!!
Es folgte eine Chemotherapie an der Uniklinik Frankfurt, die im Juni 2004 beendet wurde. Von da an musste ich täglich Tabletten einnehmen und erhielt im Abstand von 6 Wochen eine leichte Chemo.
Bis dahin schien es, als wäre die Krankheit besiegt, doch am 12. Oktober wurde bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass sich die Krebszellen wieder vermehrt hatten.
Ich wurde seit dem 13.10.04 mit einer noch stärkeren Chemotherapie behandelt.
Zum Glück konnten in der Zwischenzeit ein sehr gut passender Stammzellspender gefunden werden.
Die letzte Chemotherapie, unzählige Untersuchungen und Kopfbestrahlungen habe ich hinter mich gebracht.
Am 21.Februar 2005 war es dann endlich soweit. Ich bin in einen keimfreien Raum (die sogenannte "Schleuse") im neuen Transplantationszentrum der Uniklinik Frankfurt eingezogen. Die 7 Ganzkörperbestrahlungen an den ersten 4 Tagen habe ich, trotz Vollnarkose, sehr gut verkraftet. Auf die Chemo, die danach folgte, habe ich anfangs mit Fieber und Übelkeit reagiert, doch am 3.und 4.Tag ging es mir schon wieder etwas besser. Meine Zellen wurden dadurch vernichtet und ich habe am 1.3. das neueKnochenmark erhalten.
Das geschah ganz unspektakulär: Gegen 17 Uhr wurden mir nacheinander 2 Beutel ähnlich einer Bluttransfusion angehängt und nach ca. 4 Stunden war alles vorbei. Ich habe darauf mit erhöhtem Blutdruck reagiert, was aber laut den Ärzten ganz normal sei.
Die Tage danach ging es mir recht gut. Ich habe regelmäßig ein wenig gegessen, aber lange Zeit nichts getrunken. Ich wurde aber trotzdem seit der Transplantation künstlich ernährt, da das was ich aß nicht ausgereicht hätte. Flüssigkeit erhielt ich auch genügend über den Tropf, so das es nicht schlimm war wenn ich eine Weile nichts getrunken habe.
Mitte März bekam ich dann leider Fieber, ausgelöst durch Viren im Darm und im Blut. Dadurch vermehrten sich die neuen Blutzellen nicht so schnell wie es hätte sein sollen und es musste mit einem Medikament nachgeholfen werden.
Am 11.04.05 wurde ich endlich nach 7 Wochen Krankenhausaufenthalt nach Hause entlassen. Ich bin zwar noch etwas geschwächt, doch es geht mir von Tag zu Tag besser.Nun muss ich viele Medikamente einnehmen und wöchentlich zur Kontrolle in die Klinik. Draussen muss ich einen Mundschutz tragen, zum Schutz vor Infekten und essen darf ich leider auch nicht alles. Nur ganz frische und möglichst keimarme Nahrungsmittel.